Land oder Stadt?

Jeder Trend hat einen Gegentrend. Die Globalisierung gewinnt immer mehr an Dynamik und dabei wird auch vom Megatrend „Urbanisierung“ gesprochen. Gleichzeitig ist aber ein Gegentrend zum „Kleinräumigem“ feststellbar. Ländliche Regionen und ihre Dörfer geraten in jüngster Zeit vermehrt in den Fokus von Öffentlicher Hand, Wirtschaft und Bürger_Innen. Wer hat also die Nase vorn?

Wenn alte Muster nicht mehr funktionieren, Kommunen vor neuen Herausforderungen stehen und die Grenze zwischen Land und Stadt immer weiter verschwimmt, braucht es neue Wege.
— Kriemhild Büchel-Kapeller, FEB

Keine Sicherheiten mehr in der VUKA Welt: Mit zunehmender Komplexität entstehen laufend neue Spielregeln. Es gibt keine Sicherheiten mehr in unserer VUCA Welt. VUCA ist ein Fachterminus und steht für volatil, unsicher, komplex und ambivalent. „Diese neue Welt konfrontiert uns mit plötzlichen und unerwarteten Entwicklungen“, so John P. Kotter, Harvard Professor für Change Management.

Die Treiber für die fundamentalen Veränderungen und Unsicherheiten sind inzwischen für Städte als auch für Dörfer die gleichen. Der demographische Wandel sowie Digitalisierung beschäftigt städtische Kommunen wie ländliche Regionen gleichermaßen, auch wenn die Auswirkungen sich verschieden zeigen. Auch der Wandel weg von einer Industrie – hin zu einer Wissensgesellschaft sowie die Schlagworte „Enkeltauglichkeit“ und Nachhaltigkeit bedeuten tiefgreifende gesamtgesellschaftliche Veränderungen. Kommunen sind mehr denn je gefordert, ihre Verwaltungsstrukturen agiler und offener zu gestalten.

Manchmal passieren die Dinge gleichzeitig.

Laut UN-Habitat (Programm der Vereinten Nationen über das weltweite Wohn- und Siedlungswesen) leben derzeit über 55 Prozent der Menschen in Städten mit steigender Tendenz. Besonders stark werden die Megacitys wachsen. Gleichzeitig gibt es verstärkt erfolgreiche Initiativen, die auf das Comeback der ländlichen Regionen setzen. Das moderne Dorf nutzt die Digitalisierung um ortsungebunden zu sein, setzt auf ökonomische Potenziale (regionale Wertschöpfung erhöht das Regional-Kapital, stärkt so die regionale Identität als Gegenpol zur Abwanderung) und hat aufgrund der persönlichen Kontakte auch meist mehr Sozialkapital aufzuweisen.  Das Bedürfnis nach Naturnähe und leistbarem Wohnraum ist zudem ausschlaggebend für die Neuentdeckung der Dörfer.

Wo gibt es das gute Leben? Auf dem Land? In den Städten?
Sowohl Stadt als auch Land stehen vor ähnlichen Herausforderungen, deren Lösungen aber eines gemeinsam haben: 

Dort wo es Vielfalt statt Einfalt gibt, kann wirkliche Innovation stattfinden.

 

Text: Kriemhild Büchel-Kapeller, Büro für freiwilliges Engagement und Beteiligung
Fotos: Martin Schachenhofer

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Das Privileg des Rückzugs