Entwicklung braucht Begegnung. Gute Begegnung braucht gute Orte. »Dritte Orte«

  • Alles beginnt zuhause. Wenn wir zur Arbeit gehen und viel Zeit und Herzblut in berufliche Projekte oder in unsere Ausbildung stecken, wird das zum zweiten wichtigen Bereich neben der Familie bzw. dem eigenen Freundeskreis.

    Das Heim und die Arbeit als die zwei wichtigsten Orte im Leben sind noch einigermaßen klar. Aber dann, wo treffen sich Menschen, welchen Neigungen gehen sie nach und wie gestalten sie ihren Lebensraum mit? Im Gasthaus, in der Einkaufsstraße, im Verein oder in der Gemeindevertretung? Oder ist es noch was Anderes, was uns jenseits von Heim und Arbeit besonders anzieht?

  • Es ist eh alles da, nur nicht für alle. Das Verbindende sind die Bedürfnisse. und die Möglichkeit, miteinander über Bubbles hinweg ins Gespräch zu kommen.

  • Klar. Manchmal genügt ein Bier und ein Sonnenuntergang am See, um einen guten Ort zu haben. Aber wenn es organisiert sein soll, braucht es Expertise im gestalten guter Räume.

Ein Positionspapier

Es gibt Räume, die das Potenzial haben, dass unterschiedliche Menschen gern zusammenkommen und neue Perspektiven auf das Gewohnte ermöglichen. Dritte Orte hat sich seit einigen Jahren als Begriff für eine hybride Form des Seins und eines Raumes durchgesetzt, der unseren urbanen Lebensstil (auch jenseits der Stadt) widerspiegelt und dadurch als Spiegel unserer Zeit viele interessante Fragen aufwirft. Wir nennen sie Begegnungs- und Experimentierräume. Seien das die Sunset-Stufen bei der Seepromenade in Bregenz, die zum Verweilen einladen, oder die »Schaffarei« in Feldkirch als Haus für Arbeitskultur, der Vogelfreiraum in Rankweil, das W*Ort in Lustenau, die gute Stube in Andelsbuch oder die Ruine Blumenegg am Thüringerberg, die Bushüsle in Krumbach, die Gärtnerei Kopf in Frastanz, die Postgarage in Dornbirn und die Poolbar oder das Feldhotel im Reichenfeld in Feldkirch. Um nur einige Beispiele zu nennen. Ein ganz schön bunter Strauß. Aber was ist das Verbindende? Sind das wirklich Dritte Orte? Ist nicht eh schon alles da?

Wie können wir inspirierende Begegnungs- und Entwicklungsräume jenseits des Zuhause, des Arbeitsplatzes und der Konsumorte als Labore der Zukunft schaffen, die dem Gemeinwohl Nutzen stiften?

Und welche Hosting-Qualitäten braucht es, um gute Orte zu gestalten? Eine Frage, die uns, neben der Begeisterung für die Möglichkeiten dieses Lebensraumes, seit Jahren verbindet.

Im LandStadt-Prozess hat sich das Projektteam auf die Suche begeben und sich intensiv mit dem Thema Dritte Orte in Vorarlberg auseinandergesetzt. Das Positionspapier ist die Zusammenschau der wichtigsten Erkenntnisse im LandStadt-Prozess und stellt den Status-Quo dar. Wir sehen viele Spuren, die großes Potential für die Region in solchen Konzepten beinhalten.