Was bisher geschah.

Man begegnet sich in Vorarlberg. Ständig. Das ist Teil unserer kleinräumlichen Selbstverständlichkeit. Zu dieser Selbstverständlichkeit gehören auch unzählige Flächen und Räume, Initiativen und Menschen oder Verbindungs- und Knotenpunkte, die alles, was man als Grenzen zwischen ländlichen und städtischen Bereichen verstehen könnte, verschwimmen und verschwinden lassen.

Wenn Landluft und Stadtgeflüster aufeinandertreffen

Aus der Erkenntnis des »sich Kennen« entstand an verschiedensten Ecken im Land das Bedürfnis, etwas genauer hinzusehen. Weil sich daraus unzählige Perspektiven und Potentiale für eine chancenreiche Zukunft ergeben. Dabei geht es um die Haltung, die hinter unseren Bildern von Stadt und Land stehen. Sie beeinflussen diffuse Sehnsüchte aber auch konkrete Entscheidungen.

Kollaboration, wenn Kooperation gefragt wird

Das Projekt »LandStadt Vorarlberg« verstand sich selbst als eine Kollaboration verschiedener Institutionen, die sich zusammengeschlossen hatten, um sich diesem Thema in seinen vielen Facetten zu widmen.

LandStadt Vorarlberg war ein Kooperationsprojekt von Büro für Freiwilliges Engagement und Beteiligung, Bodensee Vorarlberg Tourismus, Kongresskultur Bregenz, Stadtkultur und Kommunikation Feldkirch, vai - Vorarlberger Architektur Institut. Unterstützung erfuhr das Projekt durch Industriellenvereinigung Vorarlberg, Wirtschaftskammer Vorarlberg und Vorarlberg Tourismus. Das Projekt war ein Leitprojekt der Initiative »Marke Vorarlberg«.

Der Prozess

Die Potentiale dieses eigenwilligen Raums zwischen Gletscher und See galt es auf verschiedene Weise zu erspüren. Seit Sommer 2019 wurden verschiedene Projekte durchgeführt, die sich rundum den Fokus »LandStadt verstehen« drehten. Ein multidisziplinärer Wissenschaftsbeirat tagte, das Blumenegg-Festival fand statt, ein Protoyp im Kontext chancenreiche LandStadt für Menschen mit Kindern wurde erarbeitet. In einer breit angelegten Umfrage gingen wir den alltäglichen Dingen auf den Grund, die das Leben in Vorarlberg ausmachen. Bei digitalen und analogen Kamingesprächen kamen PraktikerInnen zusammen, um sich über relevante Fragen auszutauschen.

Das angedachte Highlight - ein zweitätiger Kongress im Frühjahr 2020 - musste aufgrund behördlicher Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie abgesagt werden. Wie also damit umgehen, wenn einem Prozess der Dreh- und Angelpunkt fehlt? 

Kurz um: Umorientierung. Die gesammelten Erkenntnisse flossen in die erste »Late Night«, die im Rahmen des Poolbarfestivals aufgezeichnet wurde, ein. Dies war der Auftakt für die Beschäftigung mit Szenarien - Mögliche Entwicklungspotentiale einer LandStadt Vorarlberg. 

Im Rahmen der Online-Tagung LandStadt tagt, die im November 2020 stattfand, nahmen wir 130 Interessierte mit auf unsere Entdeckungsreise und präsentierten interessante Erkenntnisse, spannende Aha-Momente und daraus abgeleitete Thesen, die sich aus der Beschäftigung mit LandStadt ergeben haben. Die Videos dazu gibt’s weiter unten

Ein weiteres Thema war die Frage, wie Begegnungsräume Regionalentwicklung  und Innovationen im ländlichen Raum fördern. Mit dem Konzept der sogenannten »dritten Orte« (Ray Oldenburg) liegt ein theoretisches Gerüst vor, das es mit Leben zu füllen gilt. Mehr dazu hier. 

Wenn Stadt und Land ineinander verschwimmen, treten die Zwischenräume in den Vordergrund. Menschen, Beziehungen und Strukturen werden zu Verbindungselementen. So entsteht das, was wir LandStadt nennen.

Bertram Meusburger, FEB

»Was wir brauchen, ist ein gemeinsames Verständnis dafür, was die LANDSTADT sein könnte und was wichtige Handlungsfelder sind.«

Eindrücke einer Reise.

Auf der Suche nach der LandStadt machten wir viele Bekanntschaften und gingen verschiedenste Wege. Um am Schluss immer wieder am gleichen Punkt zu landen: Bei Menschen, die tun und Orte gestalten, weil sie an die Potenziale glauben.