Provinz ist das, was wir draus machen

Nun also LandStadt NEU. Naja, neu ist an der Idee ja nichts. Die zahlreichen Blogbeiträge auf dieser Website, aber vor allem ein Blick in die Landschaft zeigt: Die LandStadt lebt. Als Idee. Als Möglichkeitsraum. Als Überzeugung vieler, weiter zu gehen als bis zur eigenen Ortsgrenze.

Neu ist die Struktur, die wir LandStadt geben. Der LandStadt-Prozess kam zu einem Ende, Die Überzeugung bleibt. Daher also diese neue Website.

Trägt da noch was?

Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Auffällig ist, dass auch das Ende des LandStadt-Prozesses – ähnlich wie das der „Vision Rheintal“ – kaum Resonanz hervorrief. Keine Institution, keine politische Kraft schien die Erkenntnisse und den begonnenen Weg so sehr zu vermissen, dass sie sich für eine Weiterführung stark gemacht hätte. Und wieder stellt sich die Frage: Warum begeistert diese Idee so viele und findet dennoch keinen realpolitischen Niederschlag?

Rückblickend stellt sich auch für uns als damalige Beteiligte eine unbequeme Frage: Haben wir, trotz guter Absichten und fundierter Inhalte, in unseren Rollen und institutionellen Zusammenhängen zu wenig reflektiert mit den Entscheidungsträgern gearbeitet? Hätten wir womöglich früher erkennen müssen, dass wir mit unseren Anliegen nicht durchdringen würden? Wir sind aber auch davon überzeugt: Nicht Strukturen beenden Veränderung, sondern die Frage, ob noch Energie im Raum ist. Dieser Energie wollen wir weiterhin nachspüren und ausloten, ob daraus noch etwas entstehen möchte. Denn es entstand in all den Projekten Substanz, aber wenig Wirkung. In einer ersten Gesprächsrunde gingen wir daher noch einmal der Spur dieses Raumes nach.

Was sich an diesem Abend zeigte: Die LandStadt ist nicht tot. Sie ist nicht verschwunden. Aber sie hat kein Gefäß. Falls sie überhaupt eines braucht. Vielleicht ist sie in erster Linie ein gemeinsames Erinnern an Möglichkeiten.

Denn das ist die LandStadt auf jeden Fall: Der Versuch, das in Vorarlberg vorhandene Potenzial in einen Gedanken zu fassen. Die Möglichkeit zur Kooperation und Kollaboration auf politischer Ebene. Auch wenn das System noch an alten Strukturen festhält. Die Möglichkeit zur Offenheit und Diversität, wenn die medial vermittelte Welt wieder eindimensionaler wird. Die Möglichkeit des Mutes, wenn man spürt: Da geht noch etwas.

Vielleicht braucht es keine neuen Strukturen und keine perfekten Pläne. Vielleicht genügt eine gemeinsame Vorstellung davon, was dieser Raum sein könnte. Jenseits von Verwaltungsgrenzen und Zuständigkeiten. Die LandStadt war nie nur ein Projekt. Sie war ein Denkversuch. Und vielleicht ist sie das noch immer: Die Ahnung eines anderen Miteinanders und der Impuls, im eigenen Wirkungsbereich neu hinzuschauen.

Zur Langfassung dieses Textes geht es hier entlang.

Text: Edgar Eller

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LandStadt Vorarlberg: Vision schlägt Realität.

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Die Belebung des Dazwischen