LandStadt - die Anfänge

Gerhard Stübe, Geschäftsführer der Kongresskultur Bregenz GmbH., ist diesem Begriff während ein paar gedanklich ausufernder Tage mit den Menschen vom MiceLab Bodensee begegnet. Von da an konnte die LandStadt in ihm wirken, bis sie ihn nicht mehr losgelassen und tatsächlich alles zum "Vermischen" gebracht hat. Mit dieser Vermischung von privat und beruflich, von Freizeit, Auszeit und Arbeitszeit, hat sich die Frage dem Bewusstsein für gute Begegnung ganz nach vorne gespült. Dorthin, wo der Prozess LandStadt seinen Anfang nahm, nämlich im Sommer 2019. 

Die Einarbeitungsphase diente dem Verständnis des Selbstverständlichen, dem Erkennen der LandStadt-Vorarlberg als Phänomen mit zahllosen Perspektiven und Potentialen. Aus vielen Gesprächen und Einblicken in das Phänomen LandStadt ergaben sich erste Gestaltungsansätze für die Zukunft, die sich in diesem Prozess weiter entfalten sollen. Eine Kollaboration also, eine Zusammenarbeit von Menschen und Inspirationen.

Ich mag Ränder sehr, da kann man drüberschauen
— Gerhard Stübe Geschäftsführer, Kongresskultur GmbH

Eigentlich ist das Politik im besten Sinne. Eine Politik, die keine Ziele verfolgt, sondern Anliegen. Eine Politik, die zum guten Beispiel wird, wenn sie diese Anliegen erfüllt, anstatt irgendwelche Ziele nur erreicht. Das alles hört sich nach einem hohen Anspruch an. Und das ist es auch. Gerhard Stübe sieht im Prozess LandStadt ein Vorzeigeprojekt für Europa. Denn als Menschen leben wir in ersten Linie in einem Radius, den unser Verstand fassen kann. Das bedeutet, dass sich eine Region wie Vorarlberg, der eigenen Nähe bewusst werden muss, damit die Menschen dort zusammenkommen können, um in ein gemeinsames Gestalten und Entwickeln kommen zu können. 

Diese Nähe ist ein Zuspruch für ein vereintes Europa als Nachbarschaft von Ländern und gleichzeitig als Nachbarschaft unmittelbarer Lebensrealitäten. Wenn wir das erkennen, dann passiert nichts mehr linear, sondern nur noch gleichzeitig und miteinander. Dieses Erkennen ist für Gerhard Stübe ein Momentum, von dem man geflasht sein muss; eine Muse, die einen unentwegt den Kussmund zuwirft.

LandStadt ist eine Intention, ist ein neues Arbeiten ohne das Vorschieben von Grenzen und Definitionen. Vielmehr geht es um das Hinschauen auf einen fließenden Regionsbegriff, um das Inhalieren der Bewegung in jeder Debatte, damit die Gestaltung der Gegenwart über den selbst auferlegten Rand stolpern kann. Und wir schauen dann drüber.

Text: Johannes Lampert
Fotos: Martin Schachenhofer

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Außenperspektive